Mittwoch, 10. Februar 2016

Und wieder vergeht ein Jahr...

Das kommende Jahr war geprägt vom Hausausbau. Wir hatten uns ja ein nettes 110 qm-großes Reihenhäuschen gekauft, das wir im Rohbau übernommen hatten. Für den Ausbau waren wir selbst zuständig. Also wurde gespachtelt, verputzt, gestrichen, tapeziert, Laminat verlegt etc. pp. bis wir endlich in unser Eigenheim einziehen konnten.

Kurz darauf verliebten wir uns in -> Dori und erholten uns nach dem ganzen Umzugsstress in Griechenland, in einem wunderbar erholsamen Urlaub. Trotz genug Ablenkung wurde ich nicht schwanger (also von wegen "du darfst dich da nicht so drauf versteifen, du musst mal abschalten, gerade wenn man nicht dran denkt, passiert es").

Deswegen recherchierte ich ein wenig im Internet, schaute mir andere Kinderwunschpraxen an und fand eine sehr gut bewertete Praxis in Köln. Nach Absprache mit meinem Mann vereinbarte ich einen Termin und schon bald saßen wir bei Frau Doktor im Besprechungszimmer.

Uns wurde erklärt, dass bei uns nur eine künstliche Befruchtung in Frage käme. Ohne irgendwelche Untersuchungen durchzuführen wurde uns das Prozedere einer sogenannten "ICSI" erklärt - wer mehr dazu wissen möchte, kann hier nachlesen - und uns gesagt, dass wir bald mit der Behandlung starten können, wenn der Behandlungsplan von den Krankenkassen genehmigt worden ist. Und da war es wieder, das "kleine" Problemchen.

Naja, dachten wir uns, schicken wir den Behandlungsplan einfach mal raus, mal sehen was die Krankenversicherungen uns darauf antworten. Letztendlich wurde uns nur ein kleiner Anteil einer Kostenübernahme zugesichert. Das und die Tatsache, dass Frau Doktor uns vorher noch nicht einmal durchchecken wollte, machte mich wieder so unsicher, dass ich letztlich alle Termine cancelte und mit meinem Mann vereinbarte, noch ein weiteres Jahr zu warten...

Mittwoch, 27. Januar 2016

OAT.

(Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom) ist eine krankhafte Veränderung der Spermien. Hierbei sind zu wenig (oligo), zu gering bewegliche (astheno) und vermehrt fehlgeformte (terato) Spermien zu sehen. Es geht häufig mit männlicher Unfruchtbarkeit einher. (Quelle: Wiki)

Da war sie also, die Diagnose.

Laut Urologe sei dies allerdings nicht so tragisch. Schließlich sei sein Spermiogramm nur mittelmäßig eingeschränkt. Das Schwangerwerden könnte bei uns zwar ein wenig länger dauern als bei anderen Paaren, aber man könne damit definitiv auch schwanger werden. Wir sollten uns nicht stressen, schließlich müsse eh noch ein zweites Spermiogramm erstellt werden. Bis dahin gab's ein paar Vitaminpillchen, die er drei Monate lang einnehmen sollte.

Leider fiel auch das zweite Spermiogramm nicht besser aus und somit machte ich - auch auf Anraten meiner Frauenärztin - einen Termin in einer Kinderwunschpraxis.
Ein Jahr Kinderwunsch und viele negative Schwangerschaftstests später hatten wir dann endlich den Termin in dieser Praxis. Uns erwartete ein relativ entspannter und selbstbewusster Arzt, der sich viel Zeit für uns nahm, uns erklärte, wie eine weitere Behandlung wohl von statten gehen würde und dann - wie aus dem nichts heraus - sagte: "Ich hoffe, Sie sind rechtschutzversichert, denn Sie haben die ungünstigste Versicherungskonstellation überhaupt. Wahrscheinlich werden Sie den Großteil der Behandlung (also einige Tausend Euro...) selbst zahlen müssen."
Bääääm - ein Schlag in die Magengrube!

Nachdem ich den ganzen Abend heulend auf der Couch verbracht hatte, führte ich nochmal ein Gespräch mit meinem Mann. Da wir den Arzt beide nicht sonderlich sympathisch fanden und es finanziell gerade eh nicht besonders rosig bei uns aussah (schließlich hatten wir gerade ein Haus gekauft, im März sollte der Umzug stattfinden und vorher musste der Ausbau stattfinden, schließlich befand es sich noch im Rohbau), beschlossen wir einfach noch ein Jahr zu warten.

Vielleicht würde es ja in diesem Jahr einfach so klappen.
Wunder gibt es schließlich immer wieder.

Dienstag, 26. Januar 2016

Die Anfänge des Kinderwunsches.

Ich habe mir schon immer Kinder gewünscht. Meine Gedanken hierzu vor zehn Jahren:
"Irgendwann."
"Vielleicht mit Mitte 20, aber auf jeden Fall bevor ich 30 bin."
"Am liebsten zwei. Vielleicht auch drei."
"Und ein Mädchen. Auf jeden Fall möchte ich ein Mädchen bekommen."

Wenn ich da jetzt so drüber nachdenke, weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
Wie naiv war ich zu glauben, dass es so einfach ist? Naja, man hört ja immer wieder "dieunddie ist schwanger" - total ungeplant, überraschend, trotz Pille. Oder so.

So schwierig kann das doch dann nicht sein...

Mein Mann und ich sind seit mittlerweile fast 4 Jahren ein Paar. Für uns stand von Anfang an fest: Wir möchten Kinder.

Aufgrund dessen entschieden wir uns auch bereits nach einem halben Jahr, die Pille abzusetzen. Schließlich wohnten wir bereits zusammen, hatten beide einen festen Job und wussten, alles passt.

Er machte mir an Weihnachten sogar einen Antrag - vielleicht nicht den besten und romantischsten, aber er hatte sich viel Mühe gegeben wink - und wir beschlossen, wenn's vor der Hochzeit klappt, ist es halt so und wenn's erst danach klappt, ist es auch ok. Wieder ein halbes Jahr später waren wir verheiratet, aber immer noch nicht schwanger.

Naja, bis zu einem Jahr warten ist normal, hörte und las ich immer wieder. Irgendwann erfuhr ich zufällig, dass mein Mann als Baby einen beidseitigen Leistenbruch sowie einen beidseitigen Hodenhochstand hatte. Zwar wurde dies relativ schnell operiert, dennoch beschlich mich von diesem Moment an dieses komische Gefühl:

Das mit dem Schwanger werden könnte doch nicht so leicht werden wie anfangs gedacht...

Wiederbelebung.

Ich habe mich dazu entschlossen, meinen Blog mal wieder etwas zu beleben.

Ich weiß zwar nicht, ob hier nach über einem Jahr überhaupt noch jemand mitliest, aber mein Blog hatte ja eh nie das Ziel, einen besonderen Bekanntheitsgrad zu erreichen oder möglichst viele Leser zu akquirieren. Vielmehr ist die Schreiberei für mich eine Art Selbsttherapie. Und gerade zur Zeit habe ich einfach das Bedürfnis, mir ein paar Dinge von der Seele zu schreiben.

Hauptsächlich geht es dabei um ein Thema, das mich nun bereits seit Jahren begleitet:
Der Kinderwunsch.

Vielleicht finden sich hierbei ja Interessierte und/oder Leidensgenossen, die sich ebenfalls austauschen möchten. Ich würde mich freuen. smile

Freitag, 12. September 2014

Wo rohe Kräfte sinnlos walten...

Der Mann sollte einen Schrank über der Toilette anbringen. Also der Schrank hängt, aaaaber...

Dienstag, 2. September 2014

Darf ich vorstellen?

Das ist die Dori.
Die Dori ist unser neues Familienmitglied, seit knapp fünf Monaten.

Sie hatte vorher kein schönes Leben, denn sie lebte in Ungarn, auf der Straße. Dort wurde sie von Tierschutzfreunden gefunden. Auf der Straße. Angefahren von einem Auto.

Sie wurde operiert und lebte dann einige Zeit in einem ungarischen Tierheim. Bis sie von einer deutschen Tierschutzorganisation nach Deutschland gebracht wurde, hier einige Monate in einer Auffangstation lebte und dann von einer Familie aufgenommen wurde, die sie kurze Zeit später wieder abgab, weil sie angeblich nach ihnen geschnappt hatte.

Und dann kommen wir ins Spiel. Ich klicke mich so durchs www und stoße auf Doris - wie sie damals noch hieß - wie sie so in die Kamera blickt und meinem Mann und mir ist klar: Die isses. Das Antragsformular auf der Homepage des Tierschutzvereins ist mal gar nicht so schnell ausgefüllt und mit einem Klick auf "Absenden" hoffen wir, unserem neuen Familienmitglied ein Stück näher zu sein. Doch es passiert nichts. Anstatt einer Bestätigung erhalten wir nur ein neues Blankoformular. Alles umsonst ausgefüllt. Es ist mittlerweile Mitternacht, wir beide sind nach einer anstrengenden Woche hundemüde und sagen uns, dass wir jetzt lieber ins Bett gehen sollten.

Am nächsten Morgen. Der Mann ist arbeiten, ich bin grad erst aufgestanden, als das Telefon klingelt. Da ich fest damit rechne, dass mein Mann am anderen Ende ist, melde ich mich mit einem gut gelaunten "Hallöchen". Etwas überrascht meldet sich sich jedoch am anderen Ende eine Frau. Von einem Tierschutzverein. Oh.

Sie ist sehr nett, fragt mich ein wenig aus, bis sie eine Frage stellt, mit der ich zwangsläufig rechnete: "Sie sind ja beide berufstätig...wie wollen Sie das denn mit einem Hund hinbekommen?" Da ich ja bereits damit rechnete, antwortete ich recht spontan, dass ich das mit meinem Chef geklärt hätte. Ich dürfte den Hund mit zur Arbeit nehmen. (Dass das jetzt nur die halbe Wahrheit war, da ich das noch nicht mit meinem Chef geklärt hatte, sondern ich das erst noch klären musste, musste ich der guten Frau ja nicht auf die Nase binden...^^)

"Ja, das ist ja toll, dass Ihr Chef Ihnen das erlaubt. Ja, wollen Sie sich Doris denn mal anschauen kommen?" Etwas überrumpelt antwortete ich, dass wir das gerne machen möchten, ich aber erst mit meinem Mann sprechen muss, wann wir dies tun.

Zwei Mal besuchten wir Dori, gingen mit ihr spazieren und sagten dann, "ja, wir glauben, das passt." Und just in diesem Moment kam Dori angetrottet und setzte sich neben uns, als ob sie sagen wollte, dass es von ihrer Seite auch passt.

Das ist nun fast fünf Monate her und wir können uns ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Denn obwohl sie natürlich auch anstrengend sein kann - schließlich ist sie ein halber Jack Russell - freut man sich jedes Mal, wenn sie schwänzchenwedelnd angedackelt kommt. Ja, es wirkt fast so, als wäre sie dankbar. Dankbar, dass sie nun ein viel schöneres Leben haben darf.

P.S. Auf der Arbeit lieben sie übrigens auch alle, die Kollegen sind fast schon traurig, wenn ich sie mal nicht mit dabei habe.
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